Der Alpensteinbock, ein majestätisches Tier und der König der Alpen. Alles Wissenswerte zum Tier erfährst du hier im folgenden Steckbrief.

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0. Überblick

1.Einordnung 2.Zahlen 3.Aussehen 4.Verbreitung 5.Ernährung 6.Feinde 7.Fortpflanzung 8.Verhalten 9.Sinne 10.Besonderheiten 11.Steckbriefquellen 12.Copyright Bild


1. Einordnung

Klasse: Säugetier

Ordnung: Paarhufer

Familie: Hornträger

Gattung: Ziegen

Art: Alpensteinbock

Verwandtschaft: Genetisch sehr nahe dem Iberiensteinbock.

Abstammung: Von den letzten etwa 100 lebenden Tieren in Italien Anfang des 19. Jahrhunderts.

 

2. Zahlen

Länge: Geißen: 75 – 115 cm / Böcke: 140 – 150 cm

Schwanzlänge: Kurz mit bis zu 15 cm.

Schulterhöhe: Geißen: 70 – 80 cm / Böcke: 85 – 95 cm

Gewicht: Geißen: 40 -50 kg / Böcke: 70 – 120 kg

Unterschied Weibchen Männchen: Der Bock ist deutlich größer und schwerer als die Geiß. Der Bock hat ein imposantes, nach hinten gebogenes Gehörn, mit einer Länge von bis zu 100 cm und einem Gewicht von jeweils bis zu 7,5 kg, während die Geiß nur ein kurzes und leicht gebogenes Gehörn besitzt mit einer Länge bis zu 35 cm.

Neugeborenengewicht: 2,0 – 3,5 kg

Lebenserwartung: Kann über 20 Jahre alt werden, im Durchschnitt 10 – 15 Jahre alt.

Territorien Größe: Mehrere km².

Bestand Deutschland: 700 Tiere (alle in den bayerischen Alpen). Es gibt 5 Populationen, im Berchtesgadener Nationalpark im Hagengebirge, bei Bayrischzell, an der Benediktenwand, im Graswangtal und in den Allgäuer Alpen. 

Bestand Schweiz: 17.000 Tiere

Bestand Österreich: 4.500 Tiere

Bestand Italien: 13.500 Tiere

Bestand Frankreich: 10.000 Tiere

Bestand Slowenien: 500 Tiere

Bestand Gesamt: 46.200 Tiere


3. Aussehen

Gedrungener massiver Körper mit kurzem Hals und stämmigen Beinen. Spitze Ohren. Nackten Nasenspiegel. Ausgebrochen seitlich goldgelbe Augen. Hinterbeine länger als Vorderbeine.

Böcke: Ziegenbart mit 6 -7 cm Länge, dunkelbraunes Fell im Sommer, im Winter gräulich. Großes Gehörn.

Geißen: Rötlich goldbraunes Fell im Sommer, im Winter gräulich. Kleines Gehörn.

 

4. Verbreitung

Wo: Er lebt in den Alpen hauptsächlich zwischen der Wald und Eisgrenze. Bevorzugt in steilem und felsigem Gelände.

Lebensraum: Im Sommer lebt er in Höhen bis 3500 m, wobei er auch absteigt zu Wiesen und Wäldern in tieferen Lagen vor Allem im April und Mai, im Laufe des Sommers zieht er in immer höhere Lagen dem Wachstum der Pflanzen folgend, übernachtet wird meist generell in höheren Lagen. Im Winter lebt er in tieferen Lagen gerne in sonnigen Süd- und Südwesthängen. 

Gefährdung: Nicht gefährdet (Stand 2019)

 

5. Ernährung 

Nahrung: 

Gräser, Kräuter, Moose, Zwergsträucher und Baumtriebe. Steinböcke sind Wiederkäuer und entziehen so auch spärlicher Nahrung genug Energie.

Typ: Pflanzenfresser

Ort: Am Boden

 

6. Feinde

Ausgewachsene Steinböcke haben keine Feinde. Kitze können zur Beute von Steinadlern, Geiern oder Rotfüchsen werden.

 

7. Fortpflanzung

Geschlechtsreife: Ab dem 3. Lebensjahr.

Partnersuche: Saisonehe.

Paarungszeit: Im Dezember und Januar suchen die Böcke die Weibchen und versuchen die Vormachtstellung einer Herde zu erlangen. Dabei kommt es zu Kämpfen zwischen konkurrierenden Böcken. Ein Bock muss mindestens 6 Jahre alt sein, um die Chance zu haben einen solchen Kampf zu gewinnen.

Rivalenkämpfe: Die Sieger nähern sich den Weibchen in schreitendem Gang, strecken den Kopf vor, klappen den Schwanz hoch und erzeugen mit herausgestreckter Zunge ein flatterndes Brunftgeräusch.

Paarungsakt: Männchen steigen auf den Rücken des Weibchen.

Tragzeit: 5 – 6 Monate im Januar bis Mai / Juni.

Geburtsort: Meist in sehr unzugänglichen zerklüfteten Orten.

Geburtstermin: Im Zeitraum Mai bis Ende Juni.

Nachwuchs: Kann sofort laufen.

Wurfgröße: 1 Junges (Kitz genannt), in seltenen Fällen 2 Jungtiere.

Jungtiermuttertrennung: Töchter bleiben meist im Rudel, daher sind die weiblichen Tiere zumeist alle miteinander verwandt. Die Söhne verlassen mit 2 Jahren das Rudel.

Säugen der Jungen: Wird 6 -12 Monate von der Mutter gesäugt.

 

8. Verhalten

Sozialstruktur: Es gibt Herden mit 10 – 20 Weibchen und Jungtieren, es gibt weniger stabile Herden mit Junggesellen und noch nicht ausgewachsenen Böcken und einzeln lebende Böcke. Über den Winter bleibt der führende Bock bei der Herde und verlässt diese dann im Frühling. Gefressen wird vor Allem morgens und abends. Tagsüber ruhen sie meist und wiederkäuen ihr Futter an schattigen Plätzen.

Aktivzeit: Tagaktiv.

Klettern: Kletterkünstler, dringt in Gebiete vor die unerreichbar scheinen. Können aus dem Stand 3 Meter hoch springen.

Fluchtverhalten: Meist hangaufwärts.

Überhitzung: Steinböcke können nicht schwitzen und sind daher an heißen Tagen immer auf der Suche nach kühlen Plätzen.

Kommunikation: Können wie Ziegen meckern, warnen mit Pfifffen vor Gefahr und wenn sie Angst haben blöken sie.


9. Sinne

Riechen: Gut.

Hören: Gut.

Sehen: Sieht entlang horizontaler Linie scharf, daher schaut er oft „schief“.

  

10. Besonderheiten

1. Der Steinbock wurde in den Alpen nahezu ausgerottet und man schätzt den Restbestand Anfang des 19. Jahrhunderts auf etwa 100 Tiere im italienischen Gran-Paradiso Massiv. Von diesen 100 Tieren stammen alle heute lebenden Tiere ab.

2. Die Hufe sind perfekt angepasst an die Felskletterei. Außenkanten der Hufen sind sehr hart und die mittigen Sohlenpolster sind elastisch, wodurch sie Halt finden selbst an steilen Wänden.

3. Das Gehörn wird nie abgeworfen. Daher kann man an Hand des Gehörns das Alter bestimmen, denn es bilden sich jeden Winter ringförmige Vertiefungen.

4. Der Jäger bezeichnet als Schalenwild, die Paarhufer mit verhornten Hufen – die als Schalen bezeichnet werden. Zum Schalenwild gehören der Steinbock, Rehe, Hirsche, Gämsen, Mufflons und Wildschweine.

5. Kletterkünstler. Können von Fels zu Fels springen und sich in sehr steilem Gelände aufhalten.

 

11. Steckbriefquellen

1. https://de.wikipedia.org

2. https://www.goruma.de

3. https://www.geo.de

4. https://www.alpenverein.de

5. http://www.biologie-schule.de

6. https://www.kindernetz.de

7. https://jagenlernen.com

 

12. Copyright Bild

Harald Stelzer / https://www.instagram.com/wildnature_harald_stelzer/

Hier geht es zum Bildinterview.


Artikel veröffentlicht im September 2021