Einleitung die Gottesanbeterin schön in Szene gesetzt – wie das Bild entstanden ist erzählt uns Jochen Keller im folgenden Interview. Vorab ein kurzer Steckbrief zur Gottesanbeterin. Link zu meinem Säugetierfotografie Fotokurs.

00. Steckbrief Gottesanbeterin

Familie: Insekt – Einzige Vertreterin der Ordnung Fangschrecken in Mitteleuropa. Gehört zur Familie der Mantidae. Die Familie ist mit 1261 Arten die größte innerhalb der Ordnung.

Erscheinungsbild:  Weibchen 75mm. Männchen 60mm. Grün bis Braun. 8 Gramm Gewicht. Dreieckiger Kopf.

Verbreitung: Ursprung aus Afrika. Auf Grund des Klimawandels breitet sich die Gottesanbeterin immer weiter nach Norden aus. In Europa, Afrika, Asien und Nordamerika heimisch. 

Lebensraum: Gras- und Buschlandschaften in Südlage.

Nahrung: Kleine Insekten Bienen, Wespen, Fliegen und Heuschrecken. Wirbeltiere Frösche, Mäuse und Eidechsen. Fang durch die schnellen Fangbeine innerhalb 50ms.

Fortpflanzung:  Paarung im Sommer dauert 2Stunden. August bis Oktober legen sie Eierpakete (bis zu 200 Eier) an Steinen oder Grashalmen ab. Im Mai schlüpfen die Larven und durchlaufen 6Stadien bis dann im Juli das erwachsene Tier erscheint. Die Erwachsenen sterben vor dem Winter. 

Verhalten:  Bewegen sich sehr langsam. Sitzen oft tagelang an der selben Stelle und warten auf Beute. Einzelgänger.

Aktivzeit:  Tagaktiv.

Lebenserwartung: Von Mai bis November.

Bestandszahl Deutschland:  Nachgewiesen in allen Bundesländern außer Niedersachsen und Schleswig Holstein. Bedrohte Art in Deutschland, Schweiz und Österreich. 

Feinde:  Vögel, Wespen, Ameisen

Besonderheiten:   Insekt des Jahres 2017. Außergewöhnliches Paarungsverhalten bei dem manchmal das Weibchen den Kopf des Männchens verspeist. 


01. Kurzbeschreibung wer du bist?

Hallo, mein Name ist Jochen und ich bin seit über 5 Jahren leidenschaftlicher Naturfotograf aus Mannheim. Neben meinen Fotos helfe ich anderen Fotografen durch YouTube-Videos und meinen eigenen Podcast speziell für Naturfotografen, noch besser zu werden.


02. Welches Tier fotografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Hier gab es schon viele Momente. Einer davon war, als ich direkt beim ersten mal suchen diese schöne Gottesanbetern in der blühenden Heide fand und direkt bei super Licht tolle Bilder machen konnte.


03. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite) entstand dein Bild?

Mit einer Canon 5D3 und einem Canon 100mm 2,8 Macro. 1/400, f/2.8 und ISO 800 bei 100mm (Fokusstack aus 5 Bildern).


04. Was für eine Autofokuseinstellung hast du benutzt?

Manuell


05. Warst du im Serien- oder Einzelbildmodus? 

Einzelbild


06. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…? Warst du getarnt?

Getarnt war ich nicht und ich saß in einer recht verkrüppelten Position im Feld


07. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

Das Datum weiß ich gar nicht mehr genau, es war im Sommer am frühen Morgen im ersten Licht.


08. Wo entstand dein Bild?

In der Mehlinger Heide


09. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Eine Gottesanbeterin, die kopfüber hängt


10. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Ich hatte Hilfe von netten Kollegen, die dort schon einmal erfolgreich waren


11. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan? Wolltest du genau dieses Tier fotografieren?

Ja ich wollte speziell dieses Tier fotografieren, es war also durchaus geplant und ein Kopfüber-Bild wollte ich gezielt machen. Hat zum Glück geklappt!


12. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Es sieht einfach irgendwie grazil und komisch zugleich aus. Ich finde es eines der coolsten Insekten, weil es so menschlich wirkt.


13. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Ein Zielfoto vorab sich zu überlegen und es dann versuchen umzusetzen. Spontan ist super, geplant ist besser.


14. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert und wer ist dein Vorbild?

Ich habe in Eigeninitiative damit angefangen ohne konkrete Vorbilder. Wessen Bilder ich gerne Mag ist z.B. Chris Kaula oder Robert Kreinz.


15. Verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby? 

Es ist ein Hobby, aber durch meinen Videokurs und meine Lightroom-Presets verdiene ich mir etwas dazu. Das reicht leider nicht im Ansatz um die Ausgaben zu deckeln, aber ich tue es ja auch nicht wegen dem Geld.


16. Was ist dein nächster Wunschtiermoment? 

Endlich einen Habicht zu fotografieren.


17. Werbung in eigener Sache – Referenz und Werbung für dich selbst angeben, z.B. Webseitenadresse, …?

Besuche gerne meine Homepage www.kellerfoto.de für mehr Bilder und z.B. auch ein kostenloses eBook für Vogelfotografen, den Podcast und vieles mehr. Danke schon einmal vorab, auch dir Jürgen für die Anfrage!