Einleitung – die Bibermama und der kleine Nachwuchs. Die Bilddetails und die traurige Geschichte zu diesem Bild erzählt dir Karla Mattigit. Viel Freude beim Lesen!

Link zu meinem Säugetierfotografie Fotokurs.

Kurzbeschreibung wer du bist?

Mein Name ist Karla Mattigit, wohne in Oranienbaum-Wörlitz, in Sachsen-Anhalt.

Die Fotografie ist für mich ein faszinierendes Hobby, um für einige Augenblicke vom Alltag abzuschalten.


Welches Tier fotografierst du am liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Die Begegnung mit einem Biber, veranlasste mich zum Kauf meiner ersten Kamera.


Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite) entstand dein Bild?

Canon 1000D, F/6.3, ISO 800, Brennweite 300 mm

Objektiv, Tamron AF 28-300


Warst du im Serien- oder Einzelbildmodus?

Einzelbild


In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend, …? Warst du getarnt?

Sitzend an einer Uferböschung, ohne Tarnung, mit dem Hund an der Leine


Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

11.09.2011, 15,46 Uhr


Wo entstand dein Bild?

An einem kleinen Graben in der freien Natur.


Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Ein Elbebiber präsentiert seinen Nachwuchs.


Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Mein Weg, mit dem Hund an der Leine, führte Tag für Tag an diesem kleinen Graben entlang.

Irgendwann war der Biber neben mir im Wasser. 

Leider war er tagsüber nur selten zu sehen.

Bald häuften sich unsere Begegnungen, auch bei Tageslicht.- Eine Kamera wurde gekauft.


Die traurige Geschichte

Mit meinem Hund und der Kamera, sitze ich wie oft an einer Uferseite des kleinen Grabens zum Verschnaufen. Gegenüber ist eine Biber-Sasse zu erkennen. 

Ganz unverhofft kommt der Biber heraus und bleibt eine gefühlte Ewigkeit mir gegenüber bewegungslos stehen.

„Was ist los mit Dir?“ frage ich ihn. Wie immer kommt keine Antwort.

Dann schiebt sich der kleine Biber an der Biber-Mama vorbei.

Mein Hund und auch die Kamera sind aus dem Häuschen.

Die Kamera konnte ein Foto von der Biber-Mama mit ihrem Biber-Baby einfangen. 

Schnell lassen wir die Zwei wieder allein.

Drei Jahre später. 2014

Ein toter Biber liegt im Graben. Ist es die Biber-Mama, die nicht mehr im Wasser zu sehen ist?

Was ist eigentlich aus dem kleinen Biber geworden? 

Bis Januar 2016 begegnen wir uns oft am Graben. Von meiner Enkeltochter erhält der Biber sogar einen Namen, „Lili“.

Doch leider gibt es nicht nur Biber-Liebhaber.

Im Februar 2016 liegt Biber-Lili tot im Graben. An der Stelle, an der sich abends unsere Wege immer trennten.

Einen Monat später liegt auch der sehr scheue Partner von Lili schwer verletzt im Graben, ebenfalls an dieser Stelle.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe holt auch den zweiten Biber ab. Leider überlebt der Partner von Biber-Lili die folgende Nacht nicht.

Das Ergebnis vom Veterinäruntersuchungs- und Tiergesundheitsamt zur Todesursache: Beide Biber wurden erschlagen und sind qualvoll an ihren inneren Verletzungen verendet.

Die Untersuchung hat aber auch ergeben, Biber Lili war wirklich ein Biber-Mädchen.

Leider ein trauriges Ende ohne Happy End.


Was fasziniert dich besonders am Biber?

Der Biber als Bauherr. – Dem Biber beim Dammbau beobachten zu dürfen, ist ein einmaliges Erlebnis.


Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Die Natur mit ihren Bewohnern achten und nach ihren Regeln handeln. – Wir Menschen sind nur Gast in ihrem Zuhause.

Dann ist Ruhe und Ausdauer angesagt.


Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert und wer ist dein Vorbild?

Durch die Tiere selbst.


Verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby?

Leider nur Hobby. Hin und wieder Bildveröffentlichungen zur Unterstützung befreundeter Buchautoren.


Neugierig auf mehr Bilder von Karla Mattigit dann wirst du hier fündig:

http://www.augenblicke-naturfotografie.de/

http://augenblicke-naturfotografie.de/biber-galerie.html#biber-2011-brandhorst-oranienbaum-woerlitz


Artikel erstellt am 05.11.2021