Einleitung Zwei Biber die sich gegenseitig pflegen und knuddeln. Im Hintergrund der benagte Biberbaum. Insgesamt ein tolles Bild was durch diese beinahe Umarmung der Beiden ganz viel Emotion weckt. Die Details zum Bild stellt euch Urs Leuthäusser im folgenden Interview vor. Viel Spaß beim Lesen! Teile den Artikel mit deinen Naturfreunden. Link zu meinem Säugetierfotografie Fotokurs.

0. Ein paar Fakten zum Tier?

Das größte Nagetier Deutschlands ist der Biber, in Deutschland leben 25000Tiere. Der Biber wird bis zu 20Jahre. Gewicht 25kg. Mit Kelle ist er 130cm lang und 45cm hoch. Seine Kelle nutzt er zum Schwimmen und bei Gefahr schlägt er sie aufs Wasser, zudem als Fettspeicher im Winter. Biber können mit ihren Nagezähnen Bäume fällen. Es sieht sanduhrförmig aus bis der Baum dann schließlich fällt. An Bäumen wird hauptsächlich in der kalten Jahreszeit genagt, in der warmen Jahreszeit bedient er sich gerne auf den Äckern der Bauern, z.B. Zuckerrüben oder an Sträuchern/Pflanzen. Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er hat ein Bau, deren Eingang unter der Wasseroberfläche liegt.  


1. Kurzbeschreibung wer du bist?

Mein Name ist Urs Leuthäusser, ich komme aus Coburg und studiere Geoökologie an der Uni Bayreuth. Vor 4 Jahren habe ich die Naturfotografie für mich entdeckt und stecke seitdem immer mehr Zeit in diese wundervolle Beschäftigung. Mit meinen Bildern möchte ich zeigen, wie schön und schützenswert unser Planet ist.


2. Welches Tier foto-/videografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Am liebsten beschäftige ich mich mit Vögeln aller Art, aber besonders Eulen haben es mir angetan. Auch Geier üben eine große Faszination auf mich aus. Hier möchte ich aber meine Begegnung mit den Bibern vorstellen, die sicherlich eine der schönsten Tiermomente für mich war.


3. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, KB Brennweite) entstand dein Bild/Video?

Canon 5d Mark III, Sigma 150-600mm Sports, 1/100s, f6.3, ISO 4000, 481mm, Stativ (Es war schon recht dunkel)


4. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…? Warst du getarnt?

Ich lag leicht getarnt (mit einem Tarnanzug) am Ufer des vom Biber angestauten Sees.


5. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

Das Bild entstand Mitte Juli 2020 um 20.30 kurz nach Sonnenuntergang.


6. Wo entstand dein Bild?

An einem vom Biber angestauten See im Landkreis Coburg.


7. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Zwei europäische Biber, die sich beschnuppern. Als Mensch würde man es als Begrüßung interpretieren. Nachdem das Bild entstanden ist fingen die Beiden an sich gegenseitig das Fell zu pflegen.


8. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Biberspuren sind nicht zu übersehen


9. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan? Wolltest du genau dieses Tier fotografieren?

Ich wollte zwar Biber fotografieren, eine solch spannende Interaktion zwischen den Tieren hatte ich aber nicht erwartet.


10. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Seitdem er in Deutschland wiederangesiedelt wurde hat sich der Biber extrem verbreitet. Es gibt ihn überall, selbst mitten in Städten sieht man seine Spuren. Doch ihn zu Gesicht zu bekommen ist sehr schwer, die meisten Menschen haben noch nie einen Biber gesehen. Und trotz seiner versteckten Lebensweise hat er eine unglaubliche Schaffenskraft. Er ist ein der Lage ganze Landstriche zu verändern und mit seinen Bauten Biotope zu erschaffen, die es ohne ihn einfach nicht gäbe.


11. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Geduld und Kenntnisse über die Lebensweise des Wunschmotivs


12. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert?

Es gab keinen ausschlaggebenden Punkt für die Tierfotografie. Das Interesse für die Fotografie bekam ich durch meinen Vater und Tiere begeistern mich schon immer. Durch die Mischung aus beiden kam ich zu Tierfotografie


13. Wenn wir in die Zukunft schauen wie siehst du den Zustand deines abgelichteten Tieres in 30 Jahren bei uns in Deutschland?

Wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung für Arten wie den Biber (oder auch Wolf und Luchs) weiter steigt kann ihre Zukunft positiv aussehen. Vor allem um den Biber mache ich mir wenige Sorgen wenn Konflikte zwischen Mensch und Tier sinnvoll gelöst werden. Doch Arten mit einer positiven Zukunft sind in der Minderheit. Um viele unserer Vogelarten mache ich mir sehr große Sorgen.


14. Durch was verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby?

Die Fotografie ist mein Hobby


15. Was ist dein nächster Wunschtiermoment?

Da gibt es so viel. Aber einen Sperlingskauz an der Bruthöhle zu fotografieren wäre etwas ganz besonders für mich.


16. Wer ist dein Fotografenvorbild?

Es gibt viele gute Fotografen die mich inspirieren, konkrete Namen zu nennen ist schwierig ohne jemand zu vergessen. 


17. Warst du im Serien- oder Einzelbildmodus?

Im leisen Serienbildmodus


Danke an Urs für dieses tolle Bild und Interview. Schaut bei ihm vorbei unter seiner Website: www.urs-naturfoto.de und Instagram https://www.instagram.com/urs_leuthaeusser/?hl=de