Einleitung Faszination Wolf. Das besondere am Bild ist die Tierbegegnung. Denn ein Wolf vor die Linse zu bekommen ist nach wie vor eine Seltenheit. Alle Details im folgenden Interview mit Timo Schneider.

1. Kurzbeschreibung wer du bist?

Mein Name ist Timo Schneider. Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt, Papa von zwei tollen Jungs und wohne im wunderschönen und wilden Südholstein. Privat findet man mich in den niedersächsischen Wolfsrevieren, wenn ich nicht gerade meine beiden Jungs zum Fußball begleite. Beruflich arbeite ich als Pflegedienstleitung, in einer Pflegeeinrichtung mit knapp 200 Bettplätzen.

2. Welches Tier foto-/videografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Ganz klar: der Wolf! Es ist jedes Mal aufs Neue wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber wenn ich ihm dann begegne, erstarre ich vor Freude und Ehrfurcht. Mein Tiermoment des bisherigen Lebens fand in der Lüneburger Heide statt. Sie war im April 2018, wie so oft, in dichten Nebel gehüllt, als plötzlich ein Jährling über die Heidefläche schnürte. Zuerst konnte ich ihn aufgrund des Nebels nur schemenhaft erkennen, aber dank meiner guten Tarnung konnte er mich nicht sehen und lief weiter in meine Richtung. Irgendwann blieb er auf einem Wanderweg stehen, um eine Witterung aufzunehmen. In diesem Augenblick entstand mein Tiermoment!

3. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, KB Brennweite) entstand dein Bild/Video?

Canon 7D Mark II, Sigma 150-600 Contemporary, ISO 400, F/6.3, Brennweite 562mm, Belichtung 1/160

4. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…?

Ich saß auf einem kleinen Dreibeinhocker, am Rand des Wanderweges, sodass ich auf der linken Seite die große Heidefläche und auf der rechten Seite den Wanderweg einsehen konnte.

5. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

Es war ungefähr 6:30 Uhr. Die Morgenstunden sind bekanntlich die besten, um Wildtiere beobachten zu können. Ich mag es sehr, wenn ich getarnt inmitten der Heide sitze und die Natur um mich herum erwacht. Diese Momente entschädigen jedes Mal, wenn es mal wieder nicht geklappt hat, mit einer Wolfsichtung.

6. Wo entstand dein Bild?

In der Region Schneverdingen, in der das sogenannte Schneverdinger Rudel zuhause ist.

7. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Ein Wolf, wie er eine Witterung aufnimmt.

8. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Durch ein wochenlanges Monitoring in der Region. An diesem Spot war ich mir sicher, irgendwann an mein lang ersehntes Wolfsfoto zu kommen.

9. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan?

Ich bin wochenlang durch die Heide gepirscht, um das Kerngebiet des Rudels ausfindig zu machen. Einige Wochen zuvor hatte ich beim Durchwandern der Heide vier Tiere des Rudels den Wanderweg passieren sehen. Leider in einer sehr hohen Geschwindigkeit, sodass ich kein Foto machen konnte. Unter Berücksichtigung der in den Wochen zuvor gefundenen Spuren des Rudels beschloss ich, in diesem Gebiet mehrere Ansitze zu planen. Es dauerte jedoch fast acht Wochen, bis ich meinen Tiermoment einfangen konnte. Ungefähr 20 Ansitze waren erforderlich, um dieses faszinierende Tier beobachten zu können.

10. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Wölfe verbinde ich mit Freiheit, Wildnis, einem hohen sozialen Verständnis und mit natürlicher Autorität.

11. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Gute Ortskenntnisse, wachsame Augen, gute Vorbereitung durch das Monitoring und, das allerwichtigste: Zeit und Geduld!

12. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert?

Durch Björn Bleiss! Wir kennen uns glaube ich seit zehn Jahren, weil uns damals das Angeln miteinander verbunden hat. Ihm habe ich viele Tipps zu verdanken, was die Wildtierfotografie betrifft. Was den Wolf betrifft, bin ich schon seit Kindheitstagen fasziniert. Schon im Kindergarten war er mein absolutes Lieblingstier. Schön, dass ich dank meines Hobbys nun gleichzeitig auch meiner Faszination begegnen darf!

13. Werbung in eigener Sache

Ich bin mit meiner Seite „Naturfotografie Wolfsrevier“ ausschliesslich auf Facebook und Instagram zu finden.