Einleitung – Ein Seeregenpfeifer der sein Junges hudert  – wie das Bild entstanden ist erzählt uns Fabian Fopp im folgenden Interview. Vorab ein Steckbrief zum Seeregenpfeifer.

00. Steckbrief Seeregenpfeifer

Familie: Der Seeregenpfeifer gehört zur Klasse der Vögel in die Ordnung der Regenpfeiferartige. Die Art Seeregenpfeifer gehört in die Familie der Regenpfeifer. Im Deutschen werden zahlreiche Arten und Gattungen der Regenpfeiferartigen auch als Limikolen oder Watvögel bezeichnet.

Erscheinungsbild: Größe bis 20 cm. Spannweite bis 45 cm. Gewicht bis 55 g. Unterseite ist weiß. Oberseite ist braungrau. Schnabel, Augenstreif und Auge ist schwarz. An Seite des Halses ist ein schwarzer Streifen. Mittellange braungraue Beine.

Verbreitung: Küsten- und Steppenregionen Europas und Asien, Nordafrika, Westen und Süden von Nord-, Mittel- und Südamerika.

Im Süden (z.B. in Spanien, Mittelmeerraum) sind sie Standvögel, im Norden (z.B. Nordsee) sind sie Zugvögel.

In Deutschland an der Nordseeküste, von April bis Oktober zu beobachten.

Lebensraum: Küsten und Steppen. Vegetationsarme Bereiche. Bevorzugt schlammigen und sandigen Untergrund. Bei uns trifft man ihn am Wattenmeer.

Nahrung: Schnecken, Würmer, Insekten, Larven, Krebse, kleine Muscheln.

Fortpflanzung: Nach einem Jahr geschlechtsreif. 1 Jahresbrut. Brutzeit von Mai bis Juli. Nest ist Bodenmulde. 3 Eier. Nestflüchter. Nach 4 Wochen Brüten schlüpfen die Jungen.

Verhalten: Stochert nach Nahrung. Trampelt um Beute nach oben zu locken. Kann sehr schnell laufen um dann abrupt anzuhalten und Beute zu machen. Kehren jedes Jahr zum gleichen Nest zurück. Er brütet oft in lockeren Kolonien. Während Brutzeit verteidigt er kleines Territorium um sein Nest. Außerhalb der Brutzeit ist er gesellig und in Gruppen unterwegs.

Aktivzeit: Tagaktiv.

Lebenserwartung: bis 15 Jahre

Bestandszahl Deutschland: 300 Brutpaare im Wattenmeer. In Deutschland stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. 1970 waren es noch mehr als 1200 Brutpaare.

Bestand weltweit: etwa 500 Tausend Vögel, nicht gefährdet – Trend aber abnehmend.

Feinde: Mensch, da die Strandbiotope immer mehr von Urlaubern genutzt werden.

Besonderheiten: Geduldigster Liebhaber unter den Vögeln. Der Paarungsakt dauert bis zu 10 Minuten, bei anderen Vögeln ist es eine Sache von Sekunden.

Steckbriefquellen:

http://unter-geiern.com/Seeregenpfeifer.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Seeregenpfeifer

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/seeregenpfeifer/

https://www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/tiere/voegel/seeregenpfeifer/

https://www.avi-fauna.info/regenpfeiferartige/regenpfeifer/seeregenpfeifer/


01. Kurzbeschreibung wer du bist?

Ich bin Fabian, komme aus den Schweizer Alpen, bin 26 Jahre alt und Biologe und Naturfotograf. 


02. Welches Tier fotografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Generell fotografiere ich am liebsten Vögel, aber auch Säugetiere faszinieren mich. Die tollste fotografisches Erlebnis meines Lebens war es, Seeregenpfeifer in Spanien zu fotografieren. Besonders die Jungtiere waren unglaublich süß zu beobachten.


03. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite) entstand dein Bild?

Das Foto habe ich mit meiner Canon 5D IV und meinem EF 600 f/4 L IS II und dem 1.4x Konverter (also 840mm Brennweite) gemacht. Ich habe eine 1/2000 Sekunde bei f/6.3 und ISO 2000 eingestellt gehabt.


04. Was für eine Autofokuseinstellung hast du benutzt?

Den Einzelfeldautofokus (im AI Servo Betrieb)


05. Warst du im Serien- oder Einzelbildmodus? 

Serienbild, wie immer 😉 


06. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…? Warst du getarnt?

Liegend, aber ohne Tarnung.


07. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

Das Bild entstand kurz vor Sonnenuntergang, Mitte Juli ca. um 20:00. Dadurch gab es auch dieses weiche und warme Abendlicht, welches die Farben des Strandes und des blauen Wassers so leuchten lässt.


08. Wo entstand dein Bild?

In Spanien, nahe von Valencia.


09. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Ein Seeregenpfeifer, der sein Junges hudert. Dies ist ein typisches Verhalten bei Nestflüchtern, welche in den ersten Tagen nach ihrer Geburt ihre Körpertemperatur noch nicht selbst aufrecht erhalten können.


10. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Ich hatte die Seeregenpfeifer bereits im Frühling 2019 zuvor dort gesehen, hatte allerdings keine Kamera dabei. Ich kehrte dann im Winter zurück, fand sie allerdings nicht mehr. Im Sommer 2020 konnte ich sie dann mit den Jungtieren beobachten.


11. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan? Wolltest du genau dieses Tier fotografieren?

Schon kurz nach meiner Ankunft in Valencia machte ich tagsüber einen kurzen Stopp an dem Ort, um zu schauen, ob die Seeregenpfeifer da waren (allerdings ohne Kamera, da das Licht hart war). Anschließend verbrachte ich mehrere Abende dort.


12. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Ich hatte den ersten jungen Seeregenpfeifer in meinem Leben bereits als ich 15 Jahre alt war in Griechenland gesehen. Er rannte seiner Mutter immer wieder davon, wir nannten ihn dann „Speedy“. Es war einfach toll, diese Art nach so vielen Jahren wieder beobachten und dieses mal auch vernünftig fotografieren zu können.


13. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Mit offenen Augen durch die Natur gehen und immer nach Möglichkeiten Ausschau halten. Falls man ein potentielles Motiv findet, dann sollte man immer wieder zurück kommen.


14. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert und wer ist dein Vorbild?

Die Natur hat mich schon immer begeistert und ich verbrachte als Kind sehr viel Zeit im Garten und im Wald. Als ich knapp 10 Jahre alt war, schenkte mir mein Vater eine analoge Spiegelreflexkamera, welche er auf dem Müll gefunden hatte. So mussten die beiden Leidenschaften nur noch kombiniert werden 😉


15. Verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby? 

Es hat als Hobby angefangen, mittlerweile ist es aber zu einem Nebenjob geworden. Durch Bildverkäufe lässt sich kaum was verdienen, aber ich gebe mein Wissen gerne in Gruppen- oder Privatworkshops weiter.


16. Erfinde selbst eine Frage zu deinem Bild die du gerne beantworten möchtest. 

Wenn du noch einmal die Gelegenheit hättest, Seeregenpfeifer zu fotografieren, was würdest du dir dann noch wünschen?

Ich bin mit den Hudderszenen zufrieden und habe auch schöne Fotos von den Eltern und den Jungen. Was mir noch fehlt, wäre ein Bild mit noch mehr Action – z.B. der Jungvogel, der der Mutter vorweg rennt, oder erste Flugversuche etc.


17. Was ist dein nächster Wunschtiermoment? 

Gute und sehr schwierige Frage! Ich lasse mich überraschen, sowohl was Ort als auch Tierart angeht.


18. Werbung in eigener Sache – Referenz und Werbung für dich selbst angeben, z.B. Webseitenadresse, …?

Auf meiner Website findet ihr viele Bilder und Blogeinträge rund um die Naturfotografie: www.naturfotografie-fopp.ch

Und auf meinem YouTube Kanal gibt es Eindrücke aus der Natur, Tutorials und Equipment Reviews: https://www.youtube.com/c/FabianFoppNaturfotografie