Einleitung – ein Rotfuchs blickt neugierig in die Kamera – wie das Bild entstanden ist erzählt uns Karla Mattigit im folgenden Interview. Vorab ein Steckbrief zum Rotfuchs.

00. Steckbrief Rotfuchs

Familie: Der Rotfuchs ist ein Säugetier, gehört zur Ordnung der Raubtiere in die Familie der Hunde.

Erscheinungsbild: 75 cm lang ohne Schwanz. Buschiger Schwanz mit 45 cm Länge. 40 cm hoch. Bis zu 8 kg Gewicht. Weibchen sind etwas kleiner und leichter als Männchen. Rotbraunes Fell. Weißfärbungen am Bauch, Wangen und Beininnenseiten. Er trägt ein Winterfell und ein Sommerfell. Das Sommerfell ist röter und kürzer und hat wesentlich weniger Unterwolle.

Verbreitung: Nordamerika, Europa, Asien, Australien. Rotfuchs ist der weltweit verbreiteste Wildhund. Herkunft Eurasien.

Lebensraum: Stadtrand (teilweise sogar in Städten), in Feld und Wald, Halbwüsten, Küsten und Hochgebirgen.

Nahrung: Allesfresser. Mäuse (gejagt durch den sogenannten „Mäusesprung“), Insekten, Regenwürmer, Vögel, Eidechsen, Fische, Frösche, Früchte, Fallobst, Beeren, Abfälle, und Aas. Jungwild wie Hasen, Rehkitze. Töten der Beute durch Genick- oder Kehlbiß, “totschütteln” wie beim Hund.

Fortpflanzung: Paarungszeit im Dezember bis Februar auch Ranzzeit genannt. „Ranzbellen“ hört man während Paarungszeit. In Paarungszeit treffen das Männchen auch Rüde genannt auf das Weibchen auch Fähe genannt. Paarung kann durch das „Hängen“ abgeschlossen werden. 3-5 Jungtiere bringt die Fähe nach einer Tragzeit von 50 Tagen im April zur Welt. Sie sind nur etwa 100 g (= 1 Tafel Schokolade!) schwer und dunkel behaart. Die Augen sind noch geschlossen. Nach zwei Wochen öffnen sie die Augen. Die Jungen werden von der Fähe in den ersten 2-3 Wochen warm gehalten und gesäugt. In dieser Zeit bringt der Rüde Nahrung herbei, so dass die Mutter den Bau kaum verlassen muss. Mit etwa 3 Wochen beginnen die ersten Erkundungstouren außerhalb des Baus. Mit Beginn der vierten Woche bringen die Eltern erste feste Nahrung. Für die Welpen beginnt damit die Zeit der Entwöhnung vom Gesäuge. Nach 4 Monaten sind die Kleinen selbstständig und der Familienverband löst sich im August auf. Nach 10-12 Monaten sind sie bereits geschlechtsreif.

Fuchsbau: Fuchs gräbt seinen Bau nicht immer selbst, sondern bezieht auch gerne Dachs- oder Kaninchenbauen, die er ausbaut und erweitert. Teilweise bildet er Wohngemeinschaften mit den bereits vorhandenen Bewohnern (Dachs, Kaninchen). Der Bau ist aufgeteilt in einen Hauptbau, der tief unter die Erde geht und aus Wohnkammer und Wurfkessel besteht. Der Nebenbau besteht aus oberflächlicheren Höhlen und Gängen, in die er sich ausruht oder bei Gefahr hin flüchtet. Zusätzlich hat der Bau viele Fluchtröhren nach draußen. Ob ein Bau bewohnt ist, merkt man an dem starken Raubtiergeruch, der aus der Höhle strömt, aber auch an den mehr oder weniger frischen Knochenresten, die um den Eingang verteilt sind. Den Bau nutzen Füchse vor allem in der Paarungszeit und einige Wochen später, wenn sie ihre Jungen aufziehen. Im Sommer und Herbst suchen sie häufig auch an anderen Orten Deckung wie z.B. in Hecken und Feldern und nehmen gerne ein Sonnenbad.

Verhalten: Füchse haben ein flexibles Sozialsystem. Die „Einzelgänger“ bzw. Paarformation findet sich genauso wie die Aggregation in Familiengruppen. Sie gehen allein auf Nahrungssuche. Zum Schlafen ziehen sie sich zurück in den Bau oder andere Verstecke. Reviere in den Offenlandschaften sind 2-7 km² groß. Er klettert gut und kann Gewässer durchschwimmen. Geruchs- und Gehörsinn hervorragend ausgebildet. Gute Lernfähigkeit.

Aktivzeit: Vor Allem nachts und in der Dämmerung, aber auch manchmal am Tage.

Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre.

Bestandszahl Deutschland: Rotfüchse sind nicht gefährdet. Genaue Zahl nicht bekannt, der Bestand wird auf mehrere Millionen Tiere in Deutschland geschätzt.

Feinde: Adler, Luchs, Wolf und vor Allem der Mensch durch Jagd und Wildunfälle.

Jagd: Das Bundesjagdgesetz erlaubt eine ganzjährige Bejagung des Rotfuchses, führende Elterntiere genießen jedoch den Schutz während der Aufzuchtszeit. Ist ein Geheck komplett erlegt, darf auch das zugehörige Elternpaar bejagt werden. Einzelne Bundesländer haben andere Jagdzeiten für den Fuchs festgelegt.

Besonderheiten: Der Fuchs ist enorm anpassungsfähig und genügsam: Er verträgt Temperaturen von -30 °C (Russland) bis +35 °C (Australien). Angst vor tollwütigen Füchsen muss zumindest in Mitteleuropa heute niemand mehr haben. Tollwut gilt in Mitteleuropa praktisch als ausgerottet. Der Fuchs darf europaweit gejagt werden. Sein Geruchssinn ist 400 mal besser als der des Menschen. Der Rotfuchs ist das erfolgreichste Raubtier der Welt. Jungfüchse verbringen viel Zeit mit Spielen, Fangen und Raufen. Der Fuchs gilt als typischer Kulturfolger, da er sich allen Lebensverhältnisse anzupassen vermag.

Steckbriefquellen:

https://www.geo.de/geolino/tierlexikon/1736-rtkl-tierlexikon-rotfuchs#:~:text=Der%20Rotfuchs%20hat%20rotbraunes%20Fell,und%20die%20Ohren%20sind%20aufgerichtet http://www.biologie-schule.de/fuchs-steckbrief.php 

https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/fuchs

https://www.gutefrage.net/frage/wie-viele-fuechse-gibt-es-in-deutschland

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotfuchs https://www.peta.de/themen/fuechse/#:~:text=Füchse%20gehören%20zur%20Familie%20der%20Hunde%20(Canidae).,Füchsen%20nennt%20man%20„Rudel“

https://www.tierforscher.ch/pdf/Fuchs_Dokumentation_Tierforscher.ch.pdf

https://www.jagdverband.de/zahlen-fakten/tiersteckbriefe/fuchs-vulpes-vulpes

 

01. Kurzbeschreibung wer du bist?

Mein Name ist Karla Mattigit und ich wohne in Oranienbaum-Wörlitz, in Sachsen-Anhalt.

Die Fotografie ist für mich ein faszinierendes Hobby. 

Einen einmaligen Augenblick mit den Tieren in meiner näheren Umgebung für immer festhalten, das ist die Herausforderung. 


02. Welches Tier fotografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Meine liebsten Tiermomente? Wo fange ich an?

Bei jedem Tier komme ich ins Schwärmen. Jeder Augenblick ist einmalig. 

Besonders die unverhofften kleinen Momente bleiben unvergessen, die ohne lange Vorbereitung zum Erlebnis führen. Wie der kleine Rotfuchs, welcher neugierig seine Umgebung erkundet und mich dabei total übersieht. Ist es sein erster Ausflug ohne seine Geschwister, ohne die Fähe?


03. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite) entstand dein Bild?

EOS 1DX Mark II

Sigma 150-600

1/640, f/9, ISO 800


04. Was für eine Autofokuseinstellung hast du benutzt?

AI Servo


05. Warst du im Serien- oder Einzelbildmodus? 

Serienbildmodus


06. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…? Warst du getarnt?

Dieses Bild entstand hockend. 


07. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

02. Juli 2017, 17.05 Uhr


08. Wo entstand dein Bild?

Am Rande eines Weihers, auf einem kleinen Trampelpfad.


09. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Ein Rotfuchswelpe ist in seine Umgebung vertieft. Mutig erkundet er Stück für Stück die große weite Welt.


10. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Eher eine Zufallsbegegnung zwischen dem kleinen Rotfuchs und der Kamera.


11. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan? Wolltest du genau dieses Tier fotografieren?

Die Haubentaucher sollten hinter der Tarnung fotografiert werden. Ein Blick zur Seite zeigte dann Bewegung in der Ferne. Ein Rotfuchswelpe? Ja.

Zum Glück stand Wind für mich günstig.

Meter für Meter kam der Kleine näher, bis er vor mir stand und vom Klicken des Auslösers aus seinen Gedanken gerissen wurde.


12. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Fuchswelpen haben den Niedlichkeitsfaktor.

Noch bin ich auf der Suche nach dem ultimativen Fuchs-Bild: „Fuchs Du hast die Gans gestohlen“.


13. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Einfach anfangen die Natur mit ihren Lebewesen beobachten und verstehen. Jedes einzelne Tier achten, ihr Zuhause nicht zerstören und nicht zumüllen!

Eine angepasste Kleidung, eine Tarnung ist immer von Vorteil sowie die Windrichtung im Auge behalten.

Dann viel Ruhe, Ausdauer und nicht aufgeben.


14. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert und wer ist dein Vorbild?

Durch die Tiere selbst. Sie leben ohne Habgier und Profitsucht. Sie töten nur um zu leben.

An der Population kann man erkennen, wie gesund unsere Natur ist.

Leider ist Mutter Erde bereits erkrankt.


15. Verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby? 

Leider nur Hobby. 

Hin und wieder die Bereitstellung von Bildmaterialien an befreundeten Buchautoren für Publikationen über Säugetiere, Lurche und Kriechtiere oder auch die gefiederten kleinen Freunde in Natur und Landschaft.


16. Was macht der kleine Rotfuchs hier so allein?

Der Kleine ist auf Entdeckungstour in seinem Territorium. 

Seine Größe, sein Aussehen, sein Verhalten verrät etwas über das Alter.

Der Kleine könnte drei bis vier Monate sein. Mit diesem Alter etwa, beginnen sie kurze Alleingänge.

Schon in wenigen Monaten lösen sie sich vom Familienbund und gehen eigene Wege.


17. Was ist dein nächster Wunschtiermoment?

Augenblicke in und mit der Natur – kleines Wortspiel. – Welche Augen auch immer.

Vielleicht wieder ein Rotfuchs? Der mit der gestohlenen Gans?


18. Werbung in eigener Sache – Referenz und Werbung für dich selbst angeben, z.B. Webseitenadresse, …?

Mit der Kamera Augenblicke in der Heimat eingefangen: 

www.augenblicke-naturfotografie.de

www.augenblicke-naturfotografie.de/fuchs-galerie.html

Die Natur mit ihren Bewohnern ist unser größtes Gut.

Wir müssen sie achten und schützen!