Einleitung – Rebhühner sind schwer vor die Linse zu bekommen, dann auch noch als süßes Pärchen – gelungen ist das Samuel Houcken – top. Die Details im Interview. Viel Spaß beim Lesen!

1. Kurzbeschreibung wer du bist?

Ich bin Samuel Houcken, 23 Jahre alt und komme aus Kevelaer am Niederrhein. Nach meinem Abitur im Jahr 2015 durfte ich im Norden Deutschlands den Bundesfreiwilligendienst im Naturschutz absolvieren, wo mich die Ornithologie und die Fotografie begeistern konnte. Zunächst startete ich mit Langzeitbelichtungen und entwickelte mich dann immer mehr zur Vogelfotografie hin. Heute bin ich in vielen Bereichen der Naturfotografie vertreten, obwohl mich Vögel immer noch am meisten reizen. Ich fotografiere sehr gerne zur goldenen Stunde und liebe das Spiel mit der Schärfe und Unschärfe. Ich versuche meine Bilder immer mit möglichst wenig Equipment zu realisieren. Hierbei ist es stets mein Ziel, die Tiere in der natürlichen Umgebung zu zeigen und dabei viele Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie schön und vielseitig die heimische Natur ist, wenn man den Blickwinkel ändert.

 

2. Welches Tier foto-/videografierst du am Liebsten und war dein Tiermoment des Lebens?

Ich fotografiere am liebsten Vögel und Schmetterlinge, wobei ich da auch irgendwie keine besonderen Präferenzen habe. Mein Tiermoment des Lebens war eine hautnahe Begegnung mit einem Rebhuhnpaar auf weniger Meter.

 

3. Mit welcher Fotoausrüstung (Kamera und Objektiv) und Bildeinstellung (Belichtungszeit, Blende, ISO, KB Brennweite) entstand dein Bild/Video?

Das Bild entstand mit der Nikon D750 und dem Nikon 200-500 mm f5,6 VR (500mm, 1/320, f5,6 , ISO 4000, +0,7 EV)

 

4. In welcher Position warst du beim Fotografieren – sitzend, liegend, stehend,…?

Bei diesem Foto hockte ich in einem Graben an einem Acker.

 

5. Zu welcher Uhrzeit und Datum entstand dein Bild?

Das Bild entstand um 20:57 Uhr kurz vor Sonnenuntergang am 12.Mai 2019.

 

6. Wo entstand dein Bild?

In Kevelaer am Niederrhein, unweit von meinem Zuhause entfernt

 

7. Welches Tier und welche Tätigkeit des Tieres ist zu sehen?

Zu sehen sind zwei Rebhühner (ein Männchen und Weibchen) nachdem sie aus einem dicht bewachsenen Streifen an einem Acker auf eben diesen liefen.

 

8. Woher wusstest du das dieses Tier sich an diesem Ort aufhält?

Ich wusste nicht, dass die Tiere genau dort sind, es war schon ein großer Zufall.

 

9. Wie war der Moment vorbereitet oder passierte es spontan?

Ich hatte etwa 40 Minuten, bevor ich dort ankam zwei hühnerartige Vögel über die Straße rennen sehen, konnte aber zu dem Zeitpunkt nicht einschätzen, wohin sie gerannt sind. Mein eigentliches Ziel waren Bachstelzen und Wiesenschafstelzen. Nachdem das Licht so langsam weniger wurde, raschelte es direkt neben mir im Gras und ich war total perplex, als ich die Rebhühner so nah beobachten und auch noch fotografieren konnte. 

 

10. Was fasziniert dich besonders am Tier?

Rebhühner sind meiner Meinung nach einer der scheuesten Vögel Deutschlands, die seit 1990 einen Rückgang von 92% verzeichnen. Das ist der Landwirtschaft geschuldet, da sie mehr und mehr ihren natürlichen Lebensraum vermissen. Umso mehr freue ich mich über diese seltene Begegnung.

 

11. Was ist der wichtigste Tipp den perfekten Tiermoment zu erleben?

Der perfekte Tiermoment ist für mich ein Zusammenspiel aus Beherrschung der Kamera in brenzlichen Situationen und dem Auge für das Motiv und die Bildkomposition vor Ort. Dieser Moment muss nicht immer mit stundenlangem Ansitzen verbunden werden. Er geschieht und der Fotograf muss in der Lage sein, diesen zu sehen und zu nutzen.

 

12. Durch wen wurdest du für die Tierfotografie inspiriert?

Inspiriert wurde ich damals im Jahr 2015 von Thomas Hempelmann und Jan Sohler.

 

13. Werbung in eigener Sache – Referenz und Werbung für dich selbst angeben, z.B. Webseitenadresse, …?

Du findest mich auf Instagram, wo ich sehr aktiv bin unter „samhouphotography“ und im Internet mein Portfolio unter „www.samhouphotography.de“ bzw. meinen Blog unter „blog.samhouphotography.de“ . Auf der Blogseite kannst du dir auch mein kostenloses E-Paper für Vogelfotografie herunterladen

 

14. Wenn wir in die Zukunft schauen wie siehst du den Zustand deines abgelichteten Tieres in 30 Jahren bei uns in Deutschland?

Ich befürchte, dass es ihm noch schlechter gehen wird, wie jetzt.

 

15. Durch was verdienst du als Tierfotograf Geld oder ist es Hobby?

Für mich ist es ein reines Hobby – allerdings habe ich auch ein Kleingewerbe mit dem ich hin und wieder Workshops geben kann oder auch Bilder verkaufe.

 

16. Was ist dein nächster Wunschtiermoment?

Meine Wunschtiere sind aktuell Schmetterlinge – dabei freue ich mich am meisten auf Perlmuttfalter.

 

17. Wer ist dein Fotografenvorbild?

Mein Vorbild im Bereich Schmetterlingsfotografie sind Steffi Heufelder und Andreas Kolossa – im Bereich Vogelfotografie ist es Chris Kaula und Isaac Spotts.